Aus der Chronik der St. Eustachius Schützengesellschaft 1861 e.V. Ochtendung
Der Zeitpunkt der Gründung unserer Schützengesellschaft (1861) ist gekennzeichnet durch die Tatsache, dass in demselben Jahr eine Welle der Neubelebung der Schützengesellschaften durch Gründung des Deutschen Schützenbundes durchs Land ging.
Die Bezeichnung "Schützengesellschaft" trägt unsere Vereinigung übrigens nur in den Anfangsjahren ihres Bestehens. Bereits ab 1865 führt sie den Namen: "St. Eustachius Schützengeseilschaft".
Als ihr erster Vorsitzender wird Servatius Flöck genannt, der in den Jahren 1861 1868 als Vorsitzender zeichnet. Von ihm erzählt man, dass er von Kärlich bei Koblenz nach Ochtendung zuzog. In Kärlich bestand damals bereits eine St. Eustachius Schützengesellschaft. Es darf mit Sicherheit angenommen werden, dass er der Ochtendunger Gesellschaft den gleichen Namen gab, sich dieser jungen Gründung mit großem Interesse annahm und auf ihren Ausbau besonders bedacht war. Seine besondere Aufgabe sah er darin, geeignetes Gelände zur Errichtung eines Schützenplatzes zu beschaffen. Erreicht wurde dieses Bestreben durch den Erwerb von 21 Parzellen, meistens Wiesen- und Ackergelände im Distrikt "Bienenpäsch" und "Oberpflug". 1865 darf Servatius Flöck als erster Schützenkönig die erste Fahnenweihe halten. Jedes Mitglied steuerte für die Beschaffung dieser ersten Fahne damals 3 Taler bei. Die Fahne trug auf der Vorderseite das Bild des St. Eustachius und auf der Rückseite das Schützenwappen mit Beschriftung. Das Amt des Fähnrichs wurde an den Meistbietenden vergeben. Das Tragen der Fahne galt als ganz besondere Ehre und Auszeichnung. Beim Königsschießen wurden Fahne und Schützenkönig feierlich mit Musik abgeholt.
Unmissverständlich streng wollen die Statuten das Gemeinschaftsleben der Mitglieder geordnet wissen, setzen bei jeder Aufnahme eines neuen Schützenbruders dessen guten Ruf voraus und fordern strenge Strafen bei Verstößen eines Mitgliedes gegen die Ordnungsbestimmungen. Leitsterne sollten sein und bleiben-.
Väterglaube, Sitte, Zucht und Mahnhaftigkeit. Daneben sah es die Schützengesellschaft als ihre ständige Aufgabe an, das gesellige Leben in der Gemeinde zu pflegen und den Schießsport zu fördern. Von seiner gemeinnützigen Gesinnung zeugt der als Pflicht auferlegte Einsatz des Einzelnen bei Katastrophen jeder Art, besonders bei Bränden.
Unermüdlich arbeiteten die Mitglieder an der Einebnung, Trockenlegung und Vergrößerung des Schützenplatzes und bepflanzten ihn nach und nach mit Bäumen. Der Graswuchs wurde zur Heuernte meistbietend versteigert. Der Platz wurde 1894 eingefriedigt und erhielt 1904 eine stabile Mauer. Als nächster Vorsitzender führt der später verzogene Johann Liebertz unter der Bezeichnung "Hauptmann" die Gesellschaft (1868 - 1875). Als sein Nachfolger führt die Chronik auf.
Peter Leßnich (1875 - 1888) - Peter Bersheim (1888 - 1889) Michael Hilger (1889 - 1919).
In dem Jahre 1888 wird laut den Protokollen die Wahl eines "Pedells" beschlossen und durchgeführt. Die Zahl der Mitglieder wird bei der Generalversammlung im Jahre 1889 mit 23 angegeben. Als Hauptleute gewählt erscheinen dann weiter:
Jakob Schuster (1919 - 1925) - Hubert Bersem (1925 - 1956) Werner Barz (1957 - 1958) - Ernst Wilbert (1959 bis heute).
Eine einheitliche Uniformierung beim Königsschießen erscheint seit 1893 als Pflicht. Wer dieser Bestimmung nicht nachkam, ging "des Schusses verlustig".
Bei jedem stattgefundenen Fest vermerkt die Chronik die an die Mitglieder ausgegebenen Speisen und Getränke. Im Jahre 1894 heißt es: "Den vier Ältesten wird eine Bowle von 3 Liter Wein zugestanden."
1897 verteilten die Schützen auf dem Schützenplatz 600 Zuckerbrezel an die Schuljugend von Ochtendung. Das Jahr 1892 bringt unseren Schützen die Weihe der zweiten Fahne im Rahmen einer großen Festlichkeit. Die nun vorhandenen beiden Fahnen wurden damals schon für alle Eventualitäten versichert und zwar die neue für 300 Mark und die alte, erste Fahne für 100 Mark.
1892 beteiligten sich alle Mitglieder mit einem namhaften Betrag an der Errichtung des Kriegerdenkmals, das heute noch den Friedhof ziert. Ab 1893 stellt die Gesellschaft den nun schön hergerichteten Schützenplatz den Dorfvereinen gegen eine Benutzungsgebühr bereitwillig zur Verfügung.
Nach außen tritt die Schützengesellschaft alljährlich in Erscheinung bei der Fronleichnamsprozession, bei Bischofsempfängen, feierlichen Wallfahrten usw. Als weitere Daten sind herauszustellen: 1897- Beteiligung bei der Spalierbildung anlässlich des Kaiserbesuches in Maria Laach. 1903: Beteiligung an der Feier des 25. Papstjubiläums Leo Xill.
Die Theateraufführungen der Schützen zum Ausbau des Ochtendunger Krankenhauses wurden gut und gerne besucht.
Ein Beschluss aus dem Jahre 1898 legte jedem Schützen die Pflicht auf, sich an wenigstens zwei auswärtigen Schützenfesten zu beteiligen. Da sich die Mitglieder in vorbildlicher Kameradschaft an dieses Gebot hielten, wurden die eigenen Festlichkeiten von auswärtigen Schützen immer gut besucht.
Da die Räumlichkeiten und Einrichtungen auf dem Schützenplatz nicht mehr ausreichten, wurde 1905 der Bau der heutigen Schützenhalle und die Vergrößerung des Schützenplatzes durch Ankauf weiterer Parzellen beschlossen.
Im Jahre 1910 berichtet die Chronik von Beteiligungen und zwar:
Am 50jährigen Jubelfest der Gesellschaft in Kettig und am 50jährigen Jubelfest des Männergesangvereins 1860 Ochtendung. Letzterem wurde damals in echter Verbundenheit ein ansehnlicher Ehrenpreis überreicht.
Das eigene Jubelfest seines 50jährigen Bestehens wurde im Jahre 1911 in festlicher Weise begangen. Am Vorabend des 15. Juli wurde es mit Böllerschießen, Zapfenstreich, Fackelzug und Festkommers eingeleitet. Am Festtag selbst bewegte sich ein stattlicher Festzug durch den Ort. Ehren- und Preisschießen, Konzert, Volksbelustigungen und Tanz gaben der Festfreude aller Einheimischen und der großen Zahl der Besucher besonderen Ausdruck. Eine Erinnerungsmedaille sollte den Tag festhalten im Gedächtnis aller Teilnehmer. Protektor dieses Festes war Landrat Dr. Peters. Dem Ehrenausschuss gehörten u.a. Pastor Masson und Bürgermeister Lenarz an.
In den nun folgenden Jahren (l. Weltkrieg) versuchte die Gesellschaft nach Möglichkeit die schon zur Tradition gewordenen Schützen- und Winterfeste zu halten. Die Schützen selbst arbeiteten weiter an der Verbesserung ihres oft unter Nässe leidenden Schützenplatzes.
Von 1889 bis 1910 zeichnet Michael Hilger als Hauptmann und Vorsitzender der Gesellschaft, ihm folgt Jakob Schuster. Bei der Ausübung des Schießens nach 1918 machte die Besatzung große Schwierigkeiten, die aber mit viel List und im Interesse des Schießsports meistens umgangen wurden.
1926 konnte die Gesellschaft ihr 65jähriges Bestehen mit der Weihe einer neuen der dritten - Fahne verbinden. Als zweiter markanter Punkt des Jahres 1926 ist die Errichtung eines Ehrenmals für die Gefallenen des 1. Weltkrieges (1914 - 1918) besonders zu vermerken. Zu diesem Zweck veranstaltete die Dorfgemeinschaft ein großes Volksfest, bei dem sich die Schützengesellschaft ganz besonders aktiv beteiligte.
An einer von den Schützen errichteten Schießbude wurden mit Zimmerstutzen und Luftgewehren wertvolle Preise ausgeschossen.
Als Gesamteinnahme konnten 855 Mark dem Denkmalausschuss ausgehändigt werden. Im Jahre 1928 trat die Schützengesellschaft Ochtendung als eine der ersten dem neugegründeten "Schützenbund Maria Laach" bei. Das Schießen stand immer noch unter Kontrolle der Besatzung. In dieser Zeit war es dem Einsatz des Schützenhauptmanns Hubert Bersem zu danken, dass nicht nur einmal, sondern sogar zwei- bis dreimal jährlich geschossen werden konnte. Erst 1930/31 fand wieder reguläres Schießen statt. 1932 wurde auf dem neuen Scheibenstand erstmals eine Telefonanlage verlegt, die zur Sicherheit beim Schießen ganz erheblich beitrug.
Bei der Machtergreifung Hitlers 1933 zählte die Gesellschaft 56 Mitglieder und sechs Ehrenmitglieder. Besondere Merkmale aus diesem Jahre: Beteiligung an der Wallfahrt zum hl. Rock nach Trier mit 20 Mann - Geschlossene Beteiligung am Festgottesdienst auf dem Karmelenberg am 1. Mai.
Die Mitgliederzahl steigt 1934 auf 71 Mitglieder. 1935 können die Schießstände, nunmehr mit Palisaden versehen, polizeilich abgenommen werden.
Unbeirrt beteiligt sich auch nach 1933 die St. Eustachius Schützengesellschaft an kirchlichen Feiern (Fronleichnam - Bischofsempfang usw.) mit Musik und hält ganz besonders fest an der eigenen Patronatsfeier.
Auf dem Schützenplatz ereilte die Gesellschaft 1935 ein Missgeschick dadurch, dass eine der großen Pappeln vom Sturm umgerissen wurde und den neuerbauten Scheibenstand beschädigte. Um weiteren Schaden zu verhüten, wurden zwei weitere Pappeln umgelegt. Da die politische Lage den Vereinigungen und Verbänden damals ein Eigenleben kaum erlaubte, wurde die Berichterstattung für die folgenden Jahre immer sparsamer und spärlicher. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges zog man die meisten Mitglieder zur Wehrmacht ein. Viele sind auf dem Felde der Ehre geblieben, manche gefallen oder vermisst. - Erst im Juni 1949 nehmen die Zurückgekehrten unter ihrem Hauptmann Hubert Bersem, der sich um die Geschicke der Schützengesellschaft ganz besondere Verdienste erworben hat, die seit Väterzeiten bewährten Traditionen wieder auf, richten den durch die Besatzung schwer mitgenommenen Schützenplatz in eigener Regie wieder her und beteiligen sich ganz besonders wieder an den kirchlichen Festen wie Fronleichnam usw.
Dem Ernst der Zeit entsprechend werden alle Veranstaltungen und Festlichkeiten während dieser Zeit im bescheidenen Rahmen durchgeführt. 1950 zählt die Chronik 38 Mitglieder und 3 Ehrenmitglieder auf.
Im Jahre 1951 (22. und 23.Juli) feiert die ganze Gemeinde mit ihren Schützen das 90jährige Bestehen der Gesellschaft. Alle örtlichen Vereine nahmen an dieser Feier teil. Es findet ein großer Festzug und ein gut besuchtes Freundschaftsschießen statt. Kinderbelustigung, Konzert, Tanz und Verlosung folgen. Eine neu errichtete Lautsprecheranlage auf dem Schützenplatz bewährt sich bestens. Kirchgang und Gefallenenehrung mit Kranzniederlegung am Morgen zeugen vom Festhalten an jahrzehntelanger Tradition. Die stattliche Zahl von 14 Brudervereinen als Gäste bekräftigten den Kameradschaftsgedanken in den Reihen der Schützenbrüder. Von der sozialen Einstellung der Schützen zeugt auch ihre ansehnliche Spende zur Beschaffung neuer Kirchenglocken. Ende 1951 zählt die Gesellschaft 49 Mitglieder. 1952 am Weißen Sonntag geben die Schützen zum ersten Male den Erstkommunikanten das Ehrengeleit zur Kirche, auch beteiligen sie sich an der Feier zur Weihe der neuen Glocken. Auch während dieser Zeit ist man bestrebt, den Schützenplatz in vorbildlichem Zustand zu erhalten und durch Bepflanzung mit Tannen zu verschönern. Schützenhauptmann Hubert Bersem wurde durch Beförderung zum Major für seine besonderen Verdienste geehrt, weitere Ehrungen wurden Mitgliedern für 40 bzw. 25jährige Mitgliedschaft zuteil.
1953 kann die Schützengesellschaft wieder 15 Brudervereine als Mitfeiernde bei ihrem Fest begrüßen, nimmt selber teil am Bundesfest in Mayen und am Gebietsschießen in Oberlahnstein. Sie stellt sich vollzählig zur Verfügung bei der Einweihung der Kriegergedächtniskapelle auf dem Friedhof durch Weihbischof Dr. Stein und hilft so mit, das Andenken an die gefallenen Söhne und Väter lebendig zu halten.
Für das KK-Schießen wurde ein 50-m-Stand neu errichtet. Bestand an Gewehren: 3 KK einwandfrei und 2 alte Kaliber 5,5 mm. Letztere wurden unter den Mitgliedern verlost. Es folgte alsdann der Beitritt der Schützengesellschaft zum Sportbund Rheinland und die Ausstattung der Schützenhalle mit Möbeln.
1956: Vorsitzender und Schützenmajor Hubert Bersem, der 31 Jahre das Amt des Vorsitzenden innehatte, schied auf eigenen Wunsch aus diesem Amte aus, blieb jedoch weiterhin Ehrenvorsitzender. Werner Barz wurde als Nachfolger gewählt.
1957: Wegen Abbruch und Neubau der Pfarrkirche zu Ochtendung wurde die Schützenhalle bis zur Fertigstellung des Neubaues der Pfarrgemeinde als Notkirche kostenlos zur Verfügung gestellt.
1958: Beteiligung an der Feier zur Einweihung der neuen Pfarrkirche durch Gestellung von Ehrenwache und durch feierliche Einholung und Verabschiedung des Kirchenfürsten.
Am 27. Juli 1958 wurde die im Jahre 1957 beschaffte neue und zwar vierte Fahne der Gesellschaft im Rahmen eines feierlichen Hauptschützenfestes geweiht, und zwar unter Beteiligung aller Ortsvereine und vieler auswärtiger Schützengesellschaften.
Die Jahre 1959, 1960 standen ganz im Zeichen der Vorbereitungen zur 100-JahrFeier, welche am 29., 30. und 31. Juli 1961 abgehalten wurde. Unter der Schirmherrschaft von Regierungspräsident Dr. Schmitt sollte es etwas besonderes werden.
Doch vor den Lohn hat Gott die Arbeit gesetzt. Insbesondere bedurfte die Halle einer intensiven Renovierung. in Eigenarbeit wurde der Boden neu betoniert und mit Gussasphalt belegt, die Seitenteile - bis auf die Westseite - mit Glas versehen, so dass der Blick ungehindert zu den Schießständen und zu dem Parkgelände fallen konnte. Auch erhielt die Halle einen ansehnlichen Anstrich.
Was sich die Organisatoren des Festes erträumten, wurde Wirklichkeit. Strahlend blauer Himmel begünstigten Ablauf und Stimmung. Die große Familie der Schützen fand sich zusammen mit den Ehrenmitgliedern, Ehrendamen und der stattlichen Zahl der Gäste beim Festkommers.
Vorsitzender und Hauptmann Ernst Wilbert erhielt stellvertretend für alle Glückwünsche und Geschenke und übermittelte Dank für geleistete Arbeit zum Wohle des Vereins, der Bevölkerung und des geselligen Miteinanders.
Starken Eindruck hinterließen Grüße und Plakette des Bundeskanzlers Dr. Adenauer, die Bundestagsabgeordneter P. Josten überbrachte.
Festamt, Gefallenenehrung, Festzug durch den Ort mit insgesamt 40 Fahnenabordnungen, Gruppenschießen, Ehrung verdienter Schützen, geselliges Zusammensein mit befreundeten Schützengesellschaften und der Bevölkerung am zweiten und dritten Tag waren weitere Höhepunkte des Festes.
Einstimmig hieß es nach den Tagen des Jubiläums: "Der Schützenverein hat ein Beispiel gegeben, wie ein solches Fest im Interesse des Vereinsiebens und der Ortsgemeinschaft geplant, durchgeführt und der Öffentlichkeit ins Bewusstsein gerufen werden muss."
In den nachfolgenden Aufzeichnungen wird stichwortartig Bezug genommen auf die letzten 25 Jahre des Vereinslebens. Die jeweiligen Schützen- und Scheibenkönige bleiben hierbei ausgeklammert, weil sie in einer separaten Übersicht Erwähnung finden.
Das Jahr 1962
Erweiterungsbau und Renovierung des Schützenhofes kosteten den Verein anlässlich der 100-Jahr-Feier 1961 etwa 22.000,- DM und brachten ein erhebliches Loch in die Vereinskasse. Sorgfältige Haushaltsführung soll helfen, die Kasse in den nächsten Jahren zu konsolidieren.
Beim Bundesschützenfest in Wehr errangen die Schützenbrüder Willi Müller, Werner Schäfer, Robert Müller, Oswald Krautkrämer einen glanzvollen Pokal und Wanderkette.
Das Jahr 1963
Der seit 1958 fungierende Schützenhauptmann Ernst Wilbert legte sein Amt nieder. Besonderen Dank galt ihm speziell für die sehr gute Durchführung des 100jährigen Jubelfestes. Als neuer Vorsitzender und Hauptmann wurde Werner Schäfer gewählt. Im Rahmen der immer wiederkehrenden Beteiligungen an Prozessionen u.a. stellte das Ehrengeleit des Bischofs einen besonderen Höhepunkt in diesem Jahr dar. Der Bischof weilte am 5. und 6. Mai in Ochtendung, um die Firmung vorzunehmen.
Das Jahr 1964
Am 1.9. war ein besonderer Tag der Schützen: Hauptmann Werner Schäfer trat ein in den Ehestand.
Für die Uniform wurde eine neue Machart festgelegt: Zweireiher mit offenem Revers, einfach geflochtene grüne Axenstücke und dunkelgrüne Krawatte.
Das Jahr 1965
Eine Jungschützengruppe wurde ins Leben gerufen, deren Ausbildung die Schützenbrüder Oswald Krautkrämer, Robert Müller und Peter Weihofen übernahmen.
Das Jahr 1966
Das Jahr der Jubilare: Schützenmajor und Ehrenvorsitzender Hubert Bersem ist 40 Jahre Vorstandsmitglied, davon 31 Jahre als Vorsitzender, Josef Zäck und Philipp Röder können auf 60jährige Mitgliedschaft im Verein zurückblicken.
im Verlaufe des Sommers wurde der Schützenbach in Rohre gelegt, der Schützenhof südwestlich eingezäunt und der Schießstand neu entwässert.
Das Jahr 1967
Winfried Severin wurde als erster Jungschützenprinz gefeiert. Darüber hinaus trägt die vorbildliche Arbeit von Robert Müller mit den Jungschützen erste Früchte: Dieter Krämer, Hans Hartmann, Georg Langers, Wilhelm Zäck und Horst Krautkrämer errangen die Kreismeisterschaft.
Unsere Schützenhalle.
Erstmals fungierte der Schützenhof nicht mehr als Sammelstelle der Raiffeisenbank für die Ochtendunger Obstbauern. Über 20 Jahre hinweg brachten die Ochtendunger ihre Kirschen, Johannisbeeren, Pflaumen... im Sommer nach hier, um sie zentral von dort aus weiter zu transportieren. Der stetig schwindende Obstanbau ließ es nicht mehr rentabel erscheinen, eine so große Annahmestelle zu führen.
Das Jahr 1968
Die Jungschützen weiter auf dem Vormarsch- Hans Hartmann, Dieter Krämer und Horst Krautkrämer wurden wieder Kreismeister. Bei den Senioren sorgte Norbert Hahn für Furore: nach Stationen in Kleberg und Brühl startete er erfolgreich beim Großen Preis des Deutschen Schützenbundes und erhielt hierfür die goldene Nadel des Deutschen Schützenbundes.
Das Jahr 1969
Weiterhin waren die Jungschützen der Aktivposten im Verein: Dieter Krämer, Horst Krautkrämer und Wilhelm Zäck erreichten den 3. Platz bei den Bezirksmeisterschaften.
Die Gesellschaft bestand aus 40 Aktiven, 35 Inaktiven und 14 Jungschützen. Das Jahr 1970
Der Betreuer der Jungschützen, Robert Müller, zielte ebenfalls meisterlich. Er wurde Bezirkskönig vom Schützenbund Maria Laach. Die Jungschützen selbst wurden Kreismeister und erneut Runden-Wettkampfsieger.
Das Jahr 1971
Sowohl die Junioren als auch die Senioren schnitten bei den überörtlichen Wettkämpfen hervorragend ab:
A. Die Jungschützen wurden Gruppensieger und zudem Runden-Wettkampfsieger.
B. In Mayen errangen die Senioren beim Kreispokalschießen von 22 Mannschaften den 2. Platz.
C. Beim Großen Preis des Deutschen Schützenbundes in München belegte Josef Schäfer unter 650 Teilnehmern den 14. Platz.
Das Jahr 1972
Ein schon lange gehegtes Vorhaben wurde teilweise realisiert: Der Rohbau der neuen Versammlungsräume und der Schießanlage konnte fertiggestellt werden.
Das Jahr 1973
Der Neubau mit Versammlungsräumen, Toiletten und Jungschützen-Schießstand wurde abgeschlossen. Damit verfügt die Schützengesellschaft über eigene Räumlichkeiten, in der sie in wohnlicher Atmosphäre Aktivitäten zum Wohle des Vereins und der Gemeinschaft entfalten kann.
Wolfgang Hilger wurde Diözesanschützenprinz der Diözese Trier und die Jungschützen Günter Barz, Wolfgang Hilger, Dieter Krämer und Horst Krautkrämer erneut Bezirksmeister. Das Jahr 1974 Neben den schon zur Tradition gewordenen Schießveranstaltungen, dem Kirchgang, der Gefallenenehrung, dem festlichen Geleit an Fronleichnam, den obligatorischen Besuchen der auswärtigen Schützenfeste konnte der Chronist keine weiteren Höhepunkte verzeichnen.
Das Jahr 1975 Das Jahr brachte einen Wechsel in der Führung des Vereins.
Zum 1. Vorsitzenden und Schützenhauptmann wurde Oswald Krautkrämer gewählt. Damit löste er Werner Schäfer ab, der über 12 Jahre die Geschicke des Vereins maßgeblich bestimmte. Bemerkenswert ist darüber hinaus, dass der Schützenplatz als Ort für Feiern und Feste zunehmend an Beliebtheit gewann. Die zentrale, ruhige Lage, die romantische Umgebung, der neu errichtete Weinbrunnen zwischen Schützenhalle und den Schießständen, und die u.a. dadurch günstig zu arrangierende Gastronomie zogen immer mehr Vereine an. Das Laternenfest der G.O.K. sei beispielhaft erwähnt, Das Jahr 1976
Am 28. und 29. August wurde auf dem Schützenhof unter Mitwirkung aller ortsansässiger Vereine ein Volksfest zugunsten behinderter Kinder im Kreis Mayen - Koblenz veranstaltet. Hier hatte die Schützengesellschaft den Schützenhof kostenlos zur Verfügung gestellt. Für diesen guten Zweck wurde bei der Veranstaltung ein Erlös von ca. 25.000,- DM erwirtschaftet. Das Jahr war überschattet von dem all zu frühen Ableben des ehemaligen Schützenhauptmannes Werner Schäfer. Im Alter von 43 Jahren wurde er in einem großen Trauerzug am 23. April zu Grabe getragen.
Das Jahr 1977
Jeder Verein muss sich bemühen dem Geist der Zeit gegenüber flexibel zu sein, will er seine Existenz nicht gefährden. Etwas, was für unsere Väter unglaublich gewesen wäre, wurde in der Generalversammlung diskutiert: Aufnahme von weiblichen Mitgliedern im Verein. Zwar wurde in der Angelegenheit zunächst nichts weiteres unternommen, doch der erste Anstoß war gegeben. In der Führung des Vereins gab es wieder einen Wechsel. Nach 3 Jahren erfolgreicher Arbeit von Oswald Krautkrämer nahm Ernst Wilbert wieder das Zepter in die Hand.
Das Jahr 1978
Nachdem die Arbeit mit den Jungschützen vorübergehend stagnierte, erlebte sie in den beiden letzten Jahren wieder einen neuen Aufschwung. Unter der Leitung von Günter Barz erfuhr der Verein einen Zuwachs von 13 Jungschützen, die zum Teil schon recht gute Trainingsergebnisse erzielten.
Das Jahr 1979
Wie in jedem Jahr wurde u.a. beim Eröffnungsschießen auf Fleisch-, Wurst- und Geldadler geschossen, am weißen Sonntag die Schar Kommunionkinder zur Kirche geleitet, an Fronleichnam die Prozession bereichert und im Rahmen der großen Schützenfamilie das gesellige Beisammensein mit der Ochtendunger Bevölkerung gepflegt.
Das Jahr 1980
Der Bann war gebrochen: Die ersten weiblichen aktiven Mitglieder wurden in den Verein aufgenommen.
Das Jahr 1981
Der große Erfolg im Jahre 1976 ermunterte die Veranstalter, auf dem Schützenhof am 12. und 13. September wieder ein Fest für Behinderte durchzuführen. Ähnlich wie vor 5 Jahren verlief es auch diesmal sehr erfolgreich.
Die D.J.K. Ochtendung suchte ein wenig später zum zweiten Mal den "Supersportler". Neben Laufen, Radfahren, Kegeln, Schwimmen war Schießen eine Sportart, in der der vielseitigste Ochtendunger Sportler ermittelt wurde. Durch diese Aktion, die sich in der Zwischenzeit im jährlichen Rhythmus wiederholt, wird der Schießsport vielen Einwohnern nähergebracht.
Das Jahr 1982
Weil sich das überregionale Beziehungsgeflecht für die Ochtendunger Schützen günstiger darstellt, wurde am 16.10. der Eintritt in den Historischen Schützenbund Mittelrhein - Untermosel vollzogen. Dem Schützenbund Maria Laach gilt weiterhin freundschaftliche Verbundenheit.
Der Jahresbeitrag wurde von 36,- DM auf 42,- DM für Aktive und von 18,- DM auf 21,- DM für Inaktive angehoben.
Zum letzten Mal fand in der Schützenhalle die Generalversammlung der Raiffeisenbank statt. Seit 1961 trafen sich hier jährlich einmal ihre Mitglieder, um sich über die Entwicklung der Bank informieren zu lassen.
Das Jahr 1983
Bei dem Bundesschützenfest am 24. April in Güls, veranstaltet vom Historischen Schützenbund Mittelrhein - Untermosel, belegte unsere Mannschaft auf Anhieb einen hervorragenden zweiten Platz.
Der Schießsport zählt mehr und mehr zum Breitensport:
Beim ersten Ortsvereinsschießen beteiligten sich insgesamt 320 Männer und Frauen aus den einzelnen Ochtendunger Vereinen.
Am 3. Juni gaben die Schützen dem knapp 90jährigen Schützenbruder Richard Zäck das letzte Geleit.
Das Jahr 1984
Nachdem Ernst Wilbert von seinem Amt als erster Vorsitzender freiwillig zurücktrat, wurde Günter Barz sein Nachfolger und übernahm den Vorsitz. Damit lagen die Geschicke des Vereins in der Hand des Vertreters einer sehr jungen Generation.
Am 9. September erlag unser Schützenbruder Robert Müller einem tragischen Unfall.
In Plaidt, Lonnig, Kruft, Bassenheim, Mülheim, Güls, Rübenach, Kobern, Metternich und St. Sebastian nahm man an Schützenveranstaltungen teil.
Zwei Bauprojekte wurden in Angriff genommen und nahezu komplett realisiert-. Ein Kugelfang im Kleinkaliberstand und eine Küche in der Verlängerung zum Anbau der Schützenhalle.
Das Jahr 1985
Das 125jährige Jubelfest warf seine Schatten voraus: jeder aktive Schütze wurde dazu verpflichtet, 50 Arbeitsstunden auf dem Schützenhof zu erbringen, um beim Jubiläum den äußeren Rahmen möglichst günstig erscheinen zu lassen. U.a. wurde der alte Schießstand abgerissen, um einem neuen Platz zu machen.
Sportlich ruhten die Hoffnungen auf den Schultern von Josef Schäfer. Nachdem er von Ehrenbreitstein als Bezirkskönig zurückkam, nahm er am 21. September am Bundeskönigsschießen in Bergisch-Gladbach teil. Dort landete er im vorderen Drittel.
Herzlichen Glückwunsch!
Die St. Eustachius Schützengesellschaft 1861 e.V. Ochtendung steht nun vor dem Tag, an dem sie zurückschauen kann auf eine 125jährige Vereinsgeschichte. Die Mitglieder des Vereins, der Festausschuss, sowie freiwillige Helfer und Mitarbeiter sind dabei, dem Jubelfest am 3. und 4. Mai einen würdigen Rahmen zu geben und ihm einen harmonischen Verlauf zu sichern. Anlässlich des Jubelfestes findet auch das Bundesschützenfest vom Bund Mittelrhein - Untermosel statt.
Wir hoffen auch diese Veranstaltung so durchführen zu können, dass sie sich angemessen einreiht in die erfolgreichen Bundesfeste des Historischen Schützenbundes Mittelrhein - Untermosel.
Die vorliegende Festschrift hat versucht, die Mitglieder und ihre Familien, alle Freunde und Gönner, die Bevölkerung von Nah und Fern über die wichtigsten Stationen der "St. Eustachius Schützengesellschaft 1861 e.V. Ochtendung" zu informieren.
Zwar ist die Betonung von Tugenden, Werken und Normen dem sich ständig ändernden Zeitgeist unterworfen, doch bekennen sich die Schützen selbst noch nach 125 Jahren ihrer Gründung zur Pflege kameradschaftlicher Gesinnung, zur Erhaltung von liebgewordenem Brauchtum und guter Sitte als Grundlage für das gemeinschaftliche, harmonisch und gesellige Leben in Familie, Verein, Gemeinde und im Staatsverband.
Glaube - Sitte - Heimat
bleiben die Prämissen, unter denen das Vereinsleben der "St. Eustachius Schützengesellschaft 1861 e.V. Ochtendung" weiter wachsen, blühen und gedeihen möge.
Fortsetzung folgt !!!!